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Ulrike Haage

Ulrike Haage  

Ulrike Haage (DE) – unheard and unattended

Ulrike Haage über ihr piano piece „unheard and unattended“

„Ich war immer ein Fan der langsamen Sätze in der klassischen Musik, die mir wie ein Konzentrat von Ausdruck, Farbgebung und Melodiebildung erschienen, eine Meditation, die Komponist und Interpret zu äusserster Hingabe auffordern. Kein Wunder also, dass mir Beethovens opus 10 satz 2 largo e mesto zufiel. Ich beginne mit den letzten Takten und zitiere sie abgewandelt und arpeggiert im hohen Register. Auch drehe ich die Funktion der Hände um. Links führt, rechts begleitet. Zwischendurch blitzen einige von Beethovens Akkorden und Läufen auf. So führt die Musik allmählich an neue moderne Ufer und soll anregen, im eigenen Spiel mit Tempo, Dynamik und Ausdruck zu experimentieren.“

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Piano piece „unheard and unattended“ – Aufführungen

3. Oktober 2016 – Uraufführung – Poppelsdorfer Schloß „Pianodrom“, Bonn – Susanne Kessel, Klavier

10. Dezember 2016  – Bonner Kunstverein – Susanne Kessel, Klavier

Ulrike Haage (*1957)

Pianistin, Komponistin und Hörspielmacherin. Nach dem Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg, unter anderem Komposition bei Hans Ulrich Leyendecker, unterrichtete Ulrike Haage dort auch einige Jahre das Fach Orchesterleitung und Improvisation. Einer breiten Öffentlichkeit wurde sie bekannt, als sie als Keyboarderin zu den Rainbirds stieß. Neben ihrer Arbeit als Produzentin von Hörspielen, Theater- und Filmmusik ist sie als Solopianistin und Skriptautorin tätig. Gemeinsam mit Sylvia de Hollanda gründete sie den Hörbuch Verlag Sans Soleil. Zu Ulrike Haages Auszeichnungen gehören der Deutsche Jazzpreis in 2003, der Sonderpreis Musik des Norddeutschen Filmpreises in 2010 und der Deutsche Dokumentarfilm Musikpreis 2014 sowie zahlreich prämierte Hörspiele. Nach Sélavy, Weißes Land und in:finitum erscheint 2015 ihr viertes Soloalbum Maelstrom. Allesamt an der Schnittstelle von Jazz, Avantgarde und klassischer Musik. Ihre Rundfunkproduktionen sind fester Bestandteil der deutschen Radiokultur geworden und Kompositionen wie die Kinderoper Reineke Fuchs, das Chorwerk The Moon Tapes oder die Klavieredition Le Pianoscope  dokumentieren das Spektrum ihrer Arbeiten. Die vielen in den letzten Jahren entstandenen Hörstücke zeigen eindrucksvoll, wie inspirierend für Ulrike Haage die fortwährende Auseinandersetzung mit den Werken von Künstlerinnen und Künstlern aus anderen Disziplinen ist. Dazu gehört in zunehmendem Maße auch das Medium Film. Sowohl die Soundtracks für die Dokumentarfilme Zwiebelfische, Goldrausch, Meret Oppenheim, Das verschwundene M und Landstück, als auch die Stücke für Doris Dörries Spielfilm Grüsse aus Fukushima zeichnen alle ein fast unmerkliches Verschmelzen mit den visuellen Eindrücken aus.

Website Ulrike Haage