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Julian Lembke

Julian Lembke  

Julian Lembke (DE) – "... wir irren allesamt...?"

Julian Lembke über sein piano piece „… wir irren allesamt…?“

„Das Stück ist eine Art Meditation über Beethovens erstes bekanntes Werk, 9 Variationen über einen Marsch von Dressler (WoO 63), und seine mutmaßlich letzte Komposition, der Rätselkanon „Wir irren allesamt“ (WoO 198). Eine große Klammer… Fragmente und Strukturen aus beiden Werken dienen sich dabei gegenseitig als Filter: Beispielsweise kann das Thema des einen Stücks durch den Tonvorrat des anderen abgeblendet werden. Durch die Kombination beider Materialien entsteht außerdem eine dritte „Metaebene“, die überraschenderweise weitere Fragmente ausgefällt hat, die sich jedoch auch bei Beethoven finden. Ein nicht zu beeinflussendes Eigenleben, das bei der Konfrontation zweier Organismen entsteht. Die Form ist nicht wirklich biographisch zu verstehen, jedoch versucht das Marsch-Thema sich gegen den unerbittlichen Rätselkanon durchzusetzen, der gleichermaßen alles für möglich erklärt und alles ausschließt, bis am Ende ein friedlicherer Klang Einzug halten kann.“

Piano piece „…wir irren allesamt…?“ – Aufführungen:

10. Dezember 2016 – Uraufführung – Bonner Kunstverein – Susanne Kessel, Klavier

22. Mai 2017 – Haus der Luft- und Raumfahrt, Bonn – Susanne Kessel, Klavier

Julian Lembke (*1985)

studierte Komposition (Prof. Martin Christoph Redel), Schlagzeug (Prof. Peter Prommel) und Musiktheorie (Prof. André Stärk) an der Hochschule für Musik Detmold. Anschließend führte ihn ein Masterstudiengang am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Paris in die Klassen von Gérard Pesson (Komposition), Marc-André Dalbavie (Orchestration) und Michaёl Levinas (Analyse). Seine Werke die Kammermusik, Orchesterstücke und Musiktheater umfassen, werden regelmäßig im In-und Ausland aufgeführt. Er erhielt Kompositionsaufträge u.a. vom Theater Halberstadt, Staatstheater Braunschweig, Opéra Bastille, Emsemble Horizonte, Ensemble Eutopia, Musik21Niedersachsen und den Gebrüdern Gerassimez. Julian Lembke erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Prix Alain Louvier 2015, den Günther-Bialas-Preis 2013, den Deutschen Musikwettbewerb 2011 und den John-Cage-Preis 2010. Seit 2008 beschäftigt er sich vermehrt mit Arbeiten für Bühne und Musiktheater, darunter die Kurz-Kammeroper Rose : rot . Nachtigall : tot (Libretto : Andreas Bisowski) nach Oscar Wilde, die 2011 im Nordharzer Städtebundtheater uraufgeführt wurde, die 20-Minuten-Oper error_403_verboten (Libretto von Peter Schanz, 2011 an der Opernschule der Detmolder Musikhochschule uraufgeführt), sowie das Kammeropernprojekt Maudits les Innocents auf ein Libretto von Laurent Gaudé, das 2014 für die Opéra Bastille entstand. Momentan arbeitet er u.a. an dem Musiktheaterprojekt Inéru (Text von Eléonore Dupraz), dass 2016 in Zusammenarbeit mit der Association Réponses XX-XXI am Berliner Acker-Stadt-Palast uraufgeführt wird. Julian Lembke ist Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes, der Cité Internationale des Arts Paris und der Fondation de France. Er lebt in Paris.