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Enjott Schneider

Enjott Schneider (Foto: Manfred Schneider)  

Enjott Schneider (DE) – Despair & Longing

Enjott Schneider über sein piano piece „Despair & Longing“:

„Eine Metamorphose zu Ehren von Beethovens 250. Geburtstag. Die Verzweiflung, meist unterdrückt, wird durch die unendliche Sehnsucht gemindert, die sich in einer kleinen Melodie auszudrücken vermag. Beethovens Goethe-Vertonung „Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß was ich leide“ zieht sich als Leitmotiv durch mein eigenes Leben, das parallel zu Beethoven in 2020 den 70. Geburtstag feiern darf.

Es ist in Erinnerung an meine Mutter komponiert, die vor wenigen Wochen gestorben ist und völlig überraschend – als ich schon an meinem Kompositionsprojekt war –  dieses Wort „Sehnsucht“ wählte, um unsere Beziehung zu beschreiben.

Goethes Worte, die auch Beethoven faszinierten und die er in drei Versionen vertonte:

Nur wer die Sehnsucht kennt weiss, was ich leide! / Allein und abgetrennt von aller Freude, / seh‘ ich ans Firmament nach jener Seite. /

Ach! Der mich liebt und kennt ist in der Weite. / Es schwindelt mir, es brennt mein Eingeweide. / Nur wer die Sehnsucht kennt, weiss was ich leide!

(Lied der Mignon aus Goethes „Wilhelm Meister“-Roman)“

„Despair and Longing“ – Aufführungen:

Enjott Schneider (*1950)

Studium Freiburg i.Br. (Dr. phil. 1977), 1979 – 2012 Professur an der Münchener Hochschule für Musik und Theater (Musiktheorie und Komposition).

Neben schriftstellerischer Tätigkeit umfangreiches Komponieren: Neun abendfüllende Opern, zahlreiche Werke der Orchester- und Kammermusik, Geistliche Musik mit oratorischen Werken, Orgelkonzerten und 16 Orgelsinfonien.

Die Aufführungsorte reichen von Paris, Rom, Madrid, Danzig, New York, Los Angeles bis Tokyio, Shanghai, Beijing, Taipei, Manaus, Kiew, Novosibirsk.

Auch etwa 600 Filmmusiken (z.B „Schlafes Bruder“, „23“, „Herbstmilch“, „Stalingrad“, „Schwabenkinder“, „Jahrestage“, „Wunder von Leipzig“, „Laconia“ oder „Stauffenberg“).

Emmy Award (New York) für beste Doku 2005, Bayerischer Filmpreis, Bundesfilmband in Gold, 2001 Fipa d’or (Biarritz) 2001 „beste europäische Filmmusik“, Deutscher Fernsehpreis 2007 „Beste Filmmusik. 2015 Lebenswerkpreis beim „Festival Soundtrack-Cologne“.  2018 wurde seine in chinesischer Sprache komponierte Oper „Marco Polo“ als Auftragswerk der chinesischen Regierung in den Opernhäuser Guangzhou und Beijing gefeiert.

Seit 2003 Aufsichtsrat der GEMA (von 2012-2017 als Aufsichtsratsvorsitzender), seit 2013 auch Präsident des Deutschen Komponistenverbandes.

Website Enjott Schneider