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Hans-Michael Rummler

Hans-Michael Rummler  

Hans-Michael Rummler (DE) – Natur-Spuren

Hans-Michael Rummler about his piano piece “Natur-Spuren”:

“Erfahrungen mit der Natur hinterlassen Spuren, beeindruckend und inspirierend.

Beethoven setzte durch Kontraste, Dynamik, Stimmungen, Antinomien und Emanzipation der Formen den weiteren Verlauf der Musik in Bewegung.

Es ist eine Herausforderung diese Spuren auszuloten und als geerbtes Material weiter zu gestalten, um so den historischen Blick auf die Innenansicht der Musik zukunftsweisend zu schärfen. Auch wenn man nicht mehr wie Beethoven komponieren kann, aber so zu denken wie er komponiert hat, mag für heutiges Komponieren noch wegweisend sein.

Durch Beethoven wird der Blick auf heutige Naturerfahrungen geweitet, indem tradierte Formen gesprengt, Kontraste geschärft, Takte und Rhythmen entgrenzt und Spannungen und kontemplative Momente nebeneinander ausgehalten werden. Gleichzeitig bleibt Unversöhnliches unvermittelt, Töne und Akkorde mutieren zu neuen Klängen und Tonspuren weiten sich ins Offene.

Die Qualität Beethovenscher Musik kann als Anspruch und als Botschaft für heutiges Komponieren verstanden werden. So ist mir das Projekt ´250 piano pieces for Beethoven´ in seiner Anknüpfung an die musikalische Tradition modern und innovativ zugleich.”

“Natur-Spuren” – in concert:

Hans-Michael Rummer (*1946)

Hans-Michael Rummler wurde in Herrenberg/Böblingen geboren, studierte in Köln (Musikhochschule und Universität) Klavier, Klarinette und Komposition und wechselte dann zu Musikwissenschaft, Philosophie und Soziologie von Köln über Berlin und Bielefeld nach Bremen. Nach Diplom und Promotion lehrte er an der Universität Hannover und an der Hochschule für Künste Bremen Ästhetik  und Kulturwissenschaft. Nach weiteren Jahren, musikalisch in einer Orientierungsphase, nahm er 2000 nochmals ein Kompositionsstudium bei dem amerikanischen Komponisten John Van Buren (Augsburg, Stuttgart) auf. Er lebt und arbeitet als freischaffender Komponist im Landkreis Günzburg.

Seine Kompositionen (vor allem für Klavier und Chor) sind ein Wandern ins Unbekannte, wo es stets Neues zu entdecken gilt, in der Stille, in der Abstinenz von Regeln. Komponieren ist für ihn schöpferisches, kreatives Argumentieren jenseits der Sprache, Nachdenken über das musikalische Material und Formen hinaus, über Angemessenheit und Sinnhaftigkeit musikalischer und außermusikalischer Inhalte – eine reflexive Praxis am Rande musikalischer Logik, dabei wissend um die eigene Unzulänglichkeit. In seinem lernenden, undogmatischen Kompositionsstil versucht er in jedem Werk den Spagat zwischen Vergangenheit und gegenwärtigen Herausforderungen aufs Neue musikalisch zu gestalten.